Neue Veröffentlichung von Bernd Heimerl

Artikel im Forum der Psychoanalyse, Juni 2026, Vol 42, Issue 2 mit Schwerpunkt Demokratie und Psychoanalyse

»Bernd Heimerl greift Verbindungen auf zwischen politischen (gesellschaftlichen, gruppalen) Mechanismen der Ausübung von Macht und intrapsychischen Vorgängen des Aufrechterhaltens von Macht über Ausschlussprozesse. Missbräuchlich werden binäre Unterscheidungen zur Aufrechterhaltung hierarchischer Strukturen verwendet. Heimerl wendet seine Überlegungen auch auf die analytische Situation an und beschreibt Vorgehensweisen im Sinne einer „Diskriminierungssensiblen psychodynamischen Psychotherapie". In der klinischen Arbeit sei nicht zu verhindern, dass „diskriminierendes Material" in die Praxis komme – wichtig sei dann, dass und wie wir es bemerken. Eine Aufgabe der Psychoanalyse sei dann, über menschliche Subjektivität(en) und deren Verortung in der Welt nachzudenken. Die Vielfalt menschlicher Merkmale und Lebensweisen werde durch eine „Deutungshoheit über andersartige Menschen" und eine damit einhergehende diskriminierende binäre Logik von Projektion und Introjektion zerstört.«
(Editorial von Herrmann Staats)

Gemeinsam ist den vier Arbeiten dieses Schwerpunkts das Interesse an einer persönlichen, auch in Bezug auf eigene Gruppenzugehörigkeiten reflektierten Haltung der Therapeut:in zu wichtigen politischen Fragen unserer Zeit. Eine solche Haltung fördert Möglichkeiten einer „herrschaftsfreien Kommunikation" im Behandlungszimmer auch angesichts weit auseinanderliegender politischer Auffassungen und Werte.